PRESSEMITTEILUNG: DGK vergibt Wissenschaftspreis Geodäsie 2016 an Dr.-Ing. Jan Martin Brockmann, Universität Bonn für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet „Computational Geodesy“

 
Der Ausschuss Geodäsie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (DGK) vergibt den diesjährigen Wissenschaftspreis Geodäsie (DGK-Preis) 2016 an Herrn Dr.-Ing. Jan Martin Brockmann von der Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Die DGK würdigt mit dem Preis die national und international sehr anerkannten Leistungen von Dr. Brockmann auf dem Gebiet „Computational Geodesy“. Er hat mit der Entwicklung von integrierten Modellansätzen zur gleichzeitigen Schätzung von Altimetriedaten und Schwerefelddaten in einem Guss mit hunderttausenden von Parametern zur dynamischen Meerestopographie einschließlich deren Genauigkeiten zu einem signifikanten wissenschaftlichen Fortschritt in der Geodäsie beigetragen.

Der mit 2000,- € dotierte DGK-Preis wird im Oktober 2016 während der Intergeo in Hamburg überreicht, der weltweit bedeutendsten Messe für Geodäsie und Geoinformation.

Dr. Brockmann, Jahrgang 1983, hat von 2003 bis 2008 Geodäsie und Geoinformation an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn studiert und wurde dort 2014 promoviert. Seit 2008 arbeitet er am Institut für Geodäsie der Universität Bonn und hat sich mit High Performance Computing in der Geodäsie zur Bestimmung des Erdschwerefeldes beschäftigt. Er hat integrierte Konzepte für das Hochleistungsrechnen in Kombination mit speziellen numerischen Verfahren zur strengen Lösung für sehr große Datenmengen entwickelt, die vor allem durch die GOCE Satellitenmission sowie durch kombinierte Modelle von GRACE und GOCE Satellitenmissionen mit terrestrischen Daten generiert werden.

Herr Brockmann hat mit seinen Arbeiten und Publikationen zur Computational Geodesy die Geodäsie und Satellitengravimetrie an sich sowie wichtige Anwendungen z.B. im Bereich der Erdschwerefeldbestimmung und der Ozeanographie wesentlich vorangebracht. Er erschließt mit seinen methodischen Arbeiten, die die Effizienz von Algorithmen wesentlich verbessert haben, zahlreiche neue Anwendungen. Herr Brockmann ist seit 2008 Mitglied der GOCE High-Level Processing Facility der European Space Agency. Seine Arbeiten haben großen Anklang in der nationalen und internationalen Community gefunden, und seine Modelle werden heute von zahlreichen Geowissenschaftlern eingesetzt.

Der Wissenschaftspreis Geodäsie (DGK-Preis) wurde im Jahr 2011 zur Förderung hochqualifizierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ins Leben gerufen. Der DGK-Preis wendet sich an junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit bereits ausgeprägtem internationalem Profil. Als Grundlage für die Beurteilung der Preiswürdigkeit dient die wissenschaftliche Gesamtleistung einschließlich der nach der Promotion veröffentlichten wissenschaftlichen Publikationen. Die DGK vergibt den mit 2.000,- € dotierten Preis alle zwei Jahre.

Der Ausschuss Geodäsie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (DGK) vertritt seit seiner Gründung 1952 die geodätische Forschung und Lehre in Deutschland. Die DGK hat 45 Ordentliche Mitglieder, die in der Regel Universitätsprofessoren aus allen Teilgebieten der Geodäsie sind, sowie internationale korrespondierende Mitglieder und Ständige Gäste. Zu den Aufgaben der DGK gehört insbesondere die wissenschaftliche Forschung auf allen Gebieten der Geodäsie, nämlich der Erdmessung, der Ingenieurgeodäsie, der Geoinformatik sowie des Land- und Immobilienmanagements. Seit 2015 wird die DGK von dem Bonner Wissenschaftler Prof. Theo Kötter geleitet.

München, 30.5.2016
Prof. Dr.-Ing. habil. Theo Kötter, Vorsitzender der DGK
E-Mail: koetter@uni-bonn.de

Seite erstellt: 07.06.2016